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Auszüge aus dem Buch

Was das Buch will

Damit es im Gesundheitssystem nicht zu einem Kollaps kommt, besteht die Aufgabe darin, das Wachstum des Leistungsvolumens, und damit die Nachfrage nach Gesundheitsleistungen in den Griff zu bekommen. Der Leser wird schnell merken, dass die Frage nach einer Einheitskasse oder die Einführung des Fallkostensystems (DRG=Diagnosis Related Groups) keine eigentlichen Lösungsansätze dafür bieten, denn beide Instrumente entfalten keinen bremsenden Einfluss auf die Leistungsmenge.

Dieses Buch zeigt Möglichkeiten auf, wie dem Malaise auf den Leib gerückt werden kann. Und es gibt solche Möglichkeiten, vielmehr als die derzeitigen punktuellen Gesetzes- und Verordnungsrevisionen es vermuten lassen. Ich nehme bewusst in Kauf, mit der nachfolgenden Auslegeordnung an gewachsenen politischen Strukturen zu rütteln, die sich kaum in absehbarer Zeit ändern lassen. Es liegt mir aber daran, aus sachlicher Sicht die bestehenden Systemfehler darzulegen und die notwendigen Systemänderungen herauszuschälen. „La politique suivra…“.

Ich habe versucht, das Buch so zu schreiben, dass es auch vom interessierten Laien verstanden werden kann. Oft muss er ja über Vorlagen aus dem Gesundheitswesen abstimmen, wobei ihm etwas mehr Grundlagenwissen und Einblick in Zusammenhänge hilfreich wären. Für die Leser vom Fach hoffe ich, dass es mir gelingt, der durch die täglichen Geschäfte gezwungenermassen verkürzten Sicht ein Weitwinkelobjektiv aufzusetzen.


Zu viele Leistungen

Es geht nicht mehr darum, dass die Behörden und die Krankenversicherung einseitig die Preise der Gesundheitsleistungen senken, um das System finanziell tragbar zu gestalten, sondern die Leistungsmenge muss reduziert werden. Das Buch geht auf verschiedenen Möglichkeiten ein.

Ohne Zweifel wird überschüssige Medizin produziert. So wird der Arzt oft für kleine Bagatellfälle aufgesucht, zu viele Medikamente werden verordnet oder Privatkliniken operieren nicht immer auf Grund einer notwendigen medizinischen Indikation. Das Sparvolumen schätze ich vorsichtig auf 5 Milliarden Franken oder 7% des totalen Aufkommens für das Gesundheitswesen.

Eine systematisch betriebene Gesundheitsförderung kann ohne Verbote die Kosten für das Leistungsvolumen um nochmals weitere 10 Milliarden Franken oder 12% reduzieren. Gesundheitsförderung kostet relativ wenig und verursacht keine Nebenwirkungen. Im Buch werden die Gesundheitsrisiken erstmals umfassend analysiert und quantifiziert um als dann geeignete Massnahmen vorzuschlagen.

 

Die Prämienverbilligungen als Fehlkonstruktion

Es ist eigentlich erstaunlich, dass in der Schweiz, wo wir auf eine geringe Steuerbelastung erpicht sind, die Solidarität in der Krankenversicherung zwischen Reich und Arm mit Prämienverbilligungen aus Steuergeldern finanziert wird. Dass Kehrichtsäcke verursachergerecht mit Gebühren belastet werden, mag noch angehen, aber die gewaltigen Prämiensummen, die die Krankenversicherung benötigt, sind für das Verursacherprinzip etliche Schuhnummern zu gross. Gemäss einer Studie von Avenir Suisse hat die dadurch verursachte Umverteilung zur Folge, dass die Bevölkerung, deren Besoldung den drei mittleren Einkommensklassen zuzuordnen ist – also mehr als der Hälfte der Einwohner – , eine solch hohe Steuer- und Abgabelast zu tragen, dass ihnen durch die im Schnitt mehr als bescheidenen Lohnsteigerungen der letzten Jahre kein besseres Einkommen ermöglicht wird. Die Einkommensbezüger der untersten Einkommensklasse haben gar kein Interesse mehr, ihr Einkommen zu vermehren, z.B. dass die Frau arbeiten geht, da sie dann keine Prämienverbilligungen mehr erhalten, sondern in die Steuerprogression geraten und eine Arbeitskraft für die Kinderbetreuung anheuern oder eine teure Krippe finden müssen. Vom zusätzlichen generierten Einkommen bleibt praktisch nichts mehr übrig. 

Die Prämienverbilligung ist also eine Fehlkonstruktion. Will man die Steuern schonen und die Arbeitskosten durch Lohnabgaben nicht erhöhen, sehe ich nur eine Variante: Jeder bezahlt von seinem Einkommen einen gleich hohen Prozentsatz für die Krankenversicherung, einen sogenannten Einheitssatz. Die höheren Einkommen tragen damit mehr an die Krankheitskosten bei als die tieferen und tragen so zur substantiellen Entlastung des Mittelstandes bei. Die Entlastung durch den einheitlichen Einkommensansatz würde höher als die Prämienverbilligungen reichen. Und: Bund und Kantone würden über vier Milliarden Franken an Prämienverbilligungen pro Jahr sparen! Sie würden sogar zusätzliche  Steuereinnahmen generieren, da die Erwerbenden der untersten Einkommensquintile wieder ein Interesse haben, mehr zu verdienen.  

Junge Newcomer im Arbeitsmarkt verdienen relativ wenig – sie würden mit einem Einheitssatz auf ihre Besoldung geringer belastet als mit einer verursachergerechten Prämie. Wohlhabende hingegen, darunter viele Rentner, sollen nach ihren finanziellen Möglichkeiten an die Krankenversicherung beitragen. Ich meine, dass ein solches Gefüge, welches wohlverstanden keine Progression beinhaltet, sozial verträglich und die Solidarität von Reich und Arm besser gewährleistet, ohne dass die Belastungen bei höheren Einkommen ins Kraut schiessen würden. Die Arbeitgeber kostet das Ganze nicht mehr als heute.



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